Chef von Osram spricht von dunklen Wolken am Horizont: Aktie verliert am Donnerstag 6 Prozent

Bahnhof Warschauer Straße in Berlin-Friedrichshain mit Osram-Werk D (Drahtwerk) im Hintergrund (1930). Quelle: Bundesarchiv / CC-BY-SA 3.0

Glühbirnengigant Osram warnte am gestrigen Donnerstag vor einem schwachen Start ins neue Geschäftsjahr. Die Börse reagierte prompt. Die Osram-Aktie verlor am gestrigen Börsentag 6,01 Prozent an Wert und fiel auf 35,50 Euro. Rund ein Jahr ist es her, dass das Münchener Unternehmen Osram mit einem Wertpapierpreis von 80 Euro ein Rekordhoch an der Börse erreichte. Seitdem geht es für den MDax-Konzern allerdings dramatisch wieder bergab. Osrams frühe Gewinnwarnung für das neue Geschäftsjahr dürfte Investoren weiterhin abschrecken.

“Die ersten Daten deuten darauf hin, dass das vergangene Quartal bei uns noch schwächer ausgefallen ist als dies manche Finanzexperten und wir noch vor einigen Monaten erwartet haben”, sagte Osram-Chef Olaf Berlien der Augsburger Allgemeinen Zeitung.

“Ich sehe Dunkle Wolken für 2019 am Horizont aufziehen”

“Ich sehe dunkle Wolken für 2019 am Horizont aufziehen, die Nachfrage nach Leuchtdioden geht spürbar zurück. Was mir aber für das neue Jahr am meisten Sorgen bereitet, ist die rückläufige Auto-Konjunktur.” Osram fahre Monat für Monat “auf Sicht”.

Hintergrund sei eine schwache Nachfrage nach Leuchtdioden. Auch die im Rahmen des Handelsstreits zwischen China und den USA derzeit schwächelnde Automobilindustrie bereitet Osrams Management Sorgen. Die ginge laut Olaf Berlien nur zum Teil auf den Diesel-Skandal zurück. “Denn in den letzten drei Monaten sind in China die Autoverkäufe massiv um bis zu 16 Prozent eingebrochen. Das ist für uns schmerzlich.”

“Firmen aus der Auto- und Smartphone-Branche sind extrem wichtige Kunden für uns”, betonte der Osram-Chef mit Hinblick auf die schwachen Geschäften, die derzeit Samsung und Apple zu schaffen machen.

“Wir spüren den Handelskonflikt zwischen den USA und China, nachdem wir schon 2018 unter dem hierzulande wenig bekannten Handelskonflikt zwischen Südkorea und China gelitten haben”, sagte Berlien. “Das führte zu einem zehnprozentigen Rückgang unserer Lieferungen an koreanische Autohersteller.”

Osram sehnt sich nach einem Großaktionär

Nachdem sich Siemens als Investor von Osram zurückgezogen hat, sehnt sich Berlien nach einem neuen Großaktionär. Dem winke immerhin “der Vorteil, dass er ein Unternehmen in seiner Strategie unterstützen kann”, sagte der Osram-Chef. Dies gelte mit Hinblick auf die längerfristige Entwicklung, und auch dann, wenn es einmal konjunkturell nicht so gut laufe. Mögliche Investoren nannte Berlien namentlich aber nicht. Er kommentiere grundsätzlich keine Spekulationen über solche Fragen, sagte er.

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