Flucht mit dem Fallschirm: Wie ein Finanzberater seinen Tod inszenierte

Insbesondere in der Finanzbranche führt die nun seit August 2007 andauernde Krise zu Verzweiflungstaten: Neben dem Freitod des deutschen Unternehmers Adolf Merckle vor einer Woche, bleibt eine Familientragödie in Kalifornien in Erinnerung, bei der ein Finanzberater im vergangenen Oktober seine gesamte Familie erschoss. Doch nutzen durchtriebene Pleitiers die vermehrten Meldungen über Selbstmorde auch für ihre eigenen Interessen und fingieren einen Suizid, um flüchten zu können: Bekannt wurde der Fall des Hedge-Fonds-Managers Samuel Israel, der Abschiedsbotschaften auf der Motorhaube seines an einer Brücke zurück gelassenen Geländewagens hinterließ, um seine 20-jährige Haftstrafe wegen Anlagebetrugs nicht antreten zu müssen und untertauchen zu können. Aus den USA erreichen uns nun sogar Meldungen über einen weitaus spektakuläreren Fall.

Wie der Spiegel berichtet, inszenierte der 38-jährige Finanzberater Marcus Schrenker aus Angst vor Ermittlungen gegen seine Firma seinen eigenen Flugzeugabsturz. Zudem habe Schrenkers Frau die Scheidung eingereicht. Der Finanzexperte sprang mit einem Fallschirm aus seiner einmotorigen Sportmaschine und ließ diese unkontrolliert abstürzen. Der Einschlag ereignete sich in unmittelbarer Nähe eines Wohngebietes.

Nach einer mehrtägigen Flucht wurde Schrenker mit Schnittverletzungen an den Handgelenken von Beamten auf einem Campingplatz gestellt, nachdem Passanten Hinweise gegeben hatten. Die Ermittler gehen von einem Selbstmordversuch aus. Die heile Welt des Managers war in den vergangenen Monaten aus den Fugen geraten: Die Firma des mehrfachen Millionärs hatte einen wichtigen Prozess verloren und zunehmend unter den Folgen der Finanzkrise gelitten.

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