Kassensturz gegen die Krise: Schluss mit der Schönfärberei

Die letzten Berichte aus den USA verheißen nichts Gutes: Die Einzelhandelsumsätze sind drastisch eingebrochen, viele Geschäfte stehen vor dem Aus – die amerikanische Bevölkerung verweigert den Konsum. Der Blick auf Deutschland legt ein gegensätzliches Szenario offen. Trotz Krisenrhetorik, ernsten Blicken und mahnenden Zeigefingern: Die Deutschen scheinen gespenstisch unbeeindruckt und konsumieren nach wie vor normal – noch?

Wie steht es wirklich um Wirtschaft und Haushalte in Deutschland? Sind hier vielleicht andere Grundvoraussetzungen als in den USA und wir müssen uns gar nicht so sehr sorgen? Oder sind uns die USA nur zeitlich voraus?

Der Handel reagierte auf die in den letzten Jahren restriktivere Kreditvergabe der Banken mit zinslosen Konsumkrediten aus dem eigenen Haus. Möbelverkäufer und gar Bekleidungshersteller bieten seit langem einen Kreditrahmen, der monatlich abgestottert wird.

Um einschätzen zu können, wie viel von dem “Vermögen” in den Haushalten und in der Wirtschaft, wirklich real ist, wie schlimm unsere Situation ehrlich ist, muss ein Kassensturz her. Dazu können wir uns nicht mehr von schön gerechneten Zahlen blenden lassen sondern müssen nüchtern und schonungslos Einkünfte, Ausgaben und Vermögenswerte gegeneinander aufrechnen. Neue Kredite zu geben, um kurzfristig Liquidität herzustellen kann bei einer Überschuldungssituation genau das falsche Signal und vor allem eine Spirale nach unten bedeuten. Das gilt sowohl für Privathaushalte als auch für Unternehmen, die sich unumwunden die Frage beantworten müssen, wie rentabel sie wirklich arbeiten.

Vielleicht ist alles halb so schlimm?

Peter Zwegat, Schuldenberater bei RTL, wirft genau diese Fragen für Privathaushalte Woche für Woche quotenträchtig und einfach gestrickt auf. Dennoch: Eben diesen sollte sich jeder stellen – einschließlich Wirtschaft und Politik. Denn wie sieht die Schuldensituation der Bundesrepublik Deutschland in Wahrheit aus? Wie vertrauenerweckend sind letztlich Bürgschaften eines Staates, der im Zweifel selbst nicht eintreten kann für die Verbindlichkeiten der Schuldner? Dazu gehört auch, sich die eigenen Schuldner einmal genau anzusehen. Sind beispielsweise die USA in der Lage, den angehäuften Berg der Verbindlichkeiten je zurückzuzahlen? Und was bedeutet das dann weltwirtschaftlich? Ist vielleicht sogar eine Reform des Dollars nötig? Und des Pfund, des Euro und so weiter?

Vielleicht stellen wir bei dem Kassensturz auch fest, dass alles halb so schlimm ist. Dass unsere Probleme tatsächlich durch Liquiditätsspritzen behoben (USA) oder verhindert (Deutschland) werden können. Wir sollten den Mut haben, unter dem Bett nachzusehen ob der schwarze Mann wirklich da ist. Wenn er da ist geleiten wir ihn höflich hinaus, wenn nicht, dann legen wir uns schlafen. So oder so, danach ist uns Ruhe gewiss.

Im Oktober stellte ich noch die Frage, ob wir es in Deutschland nicht mit einem Vertrauensproblem zu tun haben. Nun ist es Zeit, das Vertrauen weltweit auch mit Zahlen zu untermauern. Frei nach dem Motto: Vertrauen ist gut, ein Kassensturz ist besser!


Der Autor Hendrik Theis ist Gründer und Geschäftsführer des Hanseatic Brokerhouse aus Hamburg. Hier konnten Kunden in Deutschland ab dem Jahr 2000 erstmals über eine hauseigene Plattform eine britische Finanzinnovation namens Contracts for Difference (CFD, auch Differenzkontrakt) handeln. CFDs beziehen sich auf einen Basiswert – Aktie, Index oder Rohstoff – und bilden diesen nahezu 1:1 ab. Anders als im klassischen Brokerage können Sie Titel nicht nur kaufen (Long Trade), sondern auch leer verkaufen (Short Trade), d. h. mit fallenden Kursen gewinnen. Sie profitieren also auch von stürmischen Börsenzeiten. Mehr Informationen unter www.hansetrader.de.

Ein Gedanke zu „Kassensturz gegen die Krise: Schluss mit der Schönfärberei

  1. Namin

    Ich habe den Eindruck, du hast diesen Artikel grfcndlich marvsesstinden.Es geht hier gerade um die Troll- bzw. Mobproblematik innerhalb der Piratenpartei und deren Sympathisanten. Er ist ein Aufruf daffcr, dass sich Piraten, wenn sie die Sache ernst nehmen, von diesen Haudrauf-Tendenzen distanzieren sollten. Es geht darum, dass ich es ffcr unverste4ndlich halte, wie jemand wfctend herumtrollen kann und sich gleichzeitig Pirat nennen will.Von anderen Parteien ist hier fcberhaupt nicht die Rede. Nur weil ich von Piraten erwarte, sie sollten sich respektvoll anderen gegenfcber verhalten, heidft das noch lange nicht, dass ich behaupte, Mitgliedern anderer Parteien wfcrde der Respekt fehlen.Ein Beispiel: Wenn die Grfcnen sagen, ihnen ist Umweltschutz wichtig, bedeutet das nicht, dass Mitglieder anderer Parteien automatisch Umweltsfcnder sind.Ich hoffe, zur Kle4rung beigetragen zu haben.

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