Konjunktur-Prognosen und Leitzins-Geflüster: Anleger blicken schon heute auf 2009


Der heutige Börsentag steht voll und ganz im Zeichen der Konjunkturmeldungen: Bevor die US-Notenbank FED am Abend ihre Zinsentscheidung bekannt gibt, bestimmt der Konjunktur-Indikator des Zentrums für europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) das Kursgeschehen. Nachdem die Mannheimer Volkswirtschaftler am Morgen vermeldeten, dass sich das deutsche Konjunkturbarometer im Dezember auf minus 37,2 Punkte von 32,5 Punkten im Vormonat unerwartet deutlich verschlechtert hat, gab der Dax seine anfänglichen Gewinne ab und notiert aktuell noch knapp über 8000 Punkten.

Mit Eröffnung der US-Börsen sollte dann die von einer großen Mehrheit der Marktteilnehmer erwartete Zinssenkung im Dollar-Raum kursbestimmend sein. Während sich die Börsenredaktion der ARD über die möglichen Auswirkungen einer vom Markt unerwarteten Zinspause der FED sorgt, werden Berichte über Unstimmigkeiten innerhalb der Europäischen Zentralbank (EZB) bekannt. So sollen nach einem Bericht der Financial Times Deutschland (FTD) mehrere Ratsmitglieder die offiziellen Inflationsprognosen der EZB infrage gestellt haben und persönlich pessimistischere Prognosen vertreten.

Insbesondere die seitens der EZB für 2009 erwartete Inflationsrate von 1,9 Prozent soll nach Einschätzung einiger Ratsmitglieder zu gering sein. Da die kommenden Zinsentscheidungen noch Einfluss auf die Entwicklung der Inflationsrate in 2009 nehmen können, ist der Streit innerhalb der EZB interessant und lädt zu Spekulationen ein: Lässt die moderate Inflationsprognose der Zentralbank möglicherweise sogar eine Zinssenkung als Reaktion auf die Entwicklung in den USA zu oder gewinnen die Anhänger der Preisstabilität nach und nach die Oberhand?


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