Rezension: “Kostolanys Börsenpsychologie” von André Kostolany

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Der wohl bekannteste Börsianer Deutschlands ist und bleibt André Kostolany. Der Ungar, der bereits mit fünfzehn Jahren an der Börse spekulierte und es bis ins hohe Alter schaffte, ohne “ehrliche Arbeit” ein angenehmes Leben zu führen, ist auch posthum eine der beeindruckendsten Persönlichkeiten der Finanz-Welt. Das Buch “Kostolanys Börsenpsychologie” trägt den Untertitel “Vorlesungen am Kaffeehaustisch” – entsprechend hat der Altmeister sein Werk gestaltet. Kostolanys Vorlesungen sind meist von kulturellen oder philosophischen Exkursen geprägt und gespickt mit amüsanten Anekdoten. Folglich ist “Kostolanys Börsenpsychologie” kein Lehrbuch, es ist vielmehr ein Resümee eines Altmeisters aus dem man erst lernt, wenn man zwischen den Zeilen liest und versucht, Kostolany an sich zu verstehen. Da werden Gurus, Professoren, Spieler und Mitläufer anhand passender Anekdoten aus dem reichen Erfahrungsschatz Kostolanys treffend charakterisiert und stets wiederkehrende Phasen an den Börsen demaskiert.

Weiterhin teilt der Altmeister seine Erfahrungen mit Großunternehmen, mit der Psychologie der Deutschen und der Börsenlogik. Dies ist wohl der lehrreichste Teil von Kostolanys Werk: Hier geht der Autor auf die Psychologie der Massen ein und versucht Licht ins Dunkel der Börsen-Irrationalität zu bringen. Dabei verliert das Buch an keiner Stelle seinen Charme und Witz. André Kostolany war ein Lebemann, der neben dem Geld und der Spekulation die Kunst liebte. Seine “Börsenpsychologie” unterhält wie ein Roman und lehrt dennoch mehr als ein Semester “Einführung in die Volkswirtschaftslehre” – somit hat “Kosto” wohl erreicht was er wollte. Dieses Buch eignet sich für Leser mit Hang zu Biografien ähnlich wie für Jung-Börsianer. An Kostolany kommt niemand vorbei.

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