Lehman mit dem Rücken zur Wand? Anleger suchen nach Gründen für die neuerlichen Kursverluste

Seit Monaten unentschlossen: Die Finanzkrise hemmt den DaxDie Rettung der US-Hypothekenbanken Fannie Mae und Freddie Mac sorgte an den Börsen lediglich für ein Strohfeuer: Neuerliche Gerüchte über die bevorstehende Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers belasteten nach Eröffnung die US-Börsen und sorgten auch im Dax für Kursverluste. Weiterhin führte eine Meldung, wonach der brasilianische Rohstoff-Produzent Vale do Rio Doce im Herbst die Preise für Eisenerz weiter anheben will, für Verluste bei Unternehmen aus der Stahlbranche. Der Dax schloss mit einem Minus von 0,48 Prozent bei 6233 Punkten.

Viele Marktbeobachter machen den fallenden Ölpreis, welcher als Indikator für eine bevorstehende Schwäche der Weltwirtschaft gesehen wird, für den neuerlichen Abschlag an den Börsen verantwortlich. Die Berichte über weiter steigende Eisenerzpreise zeigen jedoch, dass Rohstoffe noch immer stark nachgefragt werden.

Grund für den seit Monaten anhaltenden volatilen Handel zwischen 6000 und 6600 Punkten im Dax ist nicht der Ölpreis, sondern einzig allein die Sorge über die weitere Entwicklung der Finanzkrise. Erst wenn auch der letzte Pleitekandidat gerettet wurde oder sich selbst gerettet hat, werden Anleger wieder Vertrauen fassen und zuversichtlich in die Zukunft blicken. Ölpreise unter 100 USD könnten dann sogar Wasser auf die Mühlen der Optimisten sein.

4 Gedanken zu „Lehman mit dem Rücken zur Wand? Anleger suchen nach Gründen für die neuerlichen Kursverluste

  1. M. Bittrich

    Wenn selbst ausländische (Staats-)Banken davor zurückschrecken, durch Lehman-Stützkäufe einen weiteren dicken Fuß in die US-Tür zu bekommen, muss es finster aussehen. Sicherlich kann die Regierung ein paar Soldaten irgendwo abziehen, aber ob diese 1-2 eingesparen Mrd. USD Lehman retten, wage ich zu bezweifeln. Um ein größeres Desaster und die Domino-Folgen (Dow Jones immer noch deutlich über 11.000, für mich ist das normale Welt, kein Börsentrubel) zu vermeiden, müsste man mehr Geld drucken und dieser Großbank unter die Arme greifen. Im Gegensatz dazu könnten Dutzende kleine lokale Banken argumentieren, dass es sinnvoller wäre, sie in der Fläche zu retten als nur einen Großen, der seinerseits nichts für die Kleinen tun kann. Man darf gespannt sein, welche Lobby wo wie viel rausholt…

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  2. Nico Popp Beitragsautor

    Die Kleinen wurden bisher eher fallengelassen. Ich bin mal gespannt, was am Wochenende passiert. Dann werden solche Rettungsaktionen ja erfahrungsgemäß schnell und diskret abgewickelt.

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  3. Andreas Heubach

    Die Finanzkrise ist ein guter Grund in Edelmetalle wie Gold und Silber zu investieren. Dies sieht nachezu komplett Europa und Nordamerika so, da der Markt an physischem Material bereits leergekauft wurde….!
    Es lohnt sich aber noch weiterhin…!

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