Metro-Aktie bildet am Freitag das Schlusslicht im MDAX

Diesen Freitag steht es schlecht um die Metro-Aktie. Schon am Donnerstag war die Aktie von 13,41 Euro auf bis zu 11,93 Euro gerutscht. Heute ging es weiter bergab: Das Papier des Essener Konzerns notierte am Mittag mit 11,58 Euro seinen tiefsten Stand seit Juli 2018. Damals war die Aktie sogar auf 10,28 Euro gerutscht, erholte sich aber anschließend wieder. Mit über zehn Prozent Verlust bildete die Metro-Aktie heute das Schlusslicht im MDAX. Der Kurs fiel auch klar unter die als langfristiger Trendindikator geltende 200-Tage-Durchschnittslinie. Am Abend notiert die Aktie mit 11,70 Euro immer noch weit unter dem Wert vom Wochenbeginn. Im Februar kostete ein Anteilsschein noch 18,22 Euro.

Metro-Mitteilung wirkt sich negativ auf den Aktien-Kurs aus

Grund für den Einbruch ist die am Donnerstag verkündete Gewinnprognose des Konzerns. Metro erwarte im Geschäft rund um seine Großmärkte 2018/2019 einen Rückgang des operativen Gewinns um 2 bis 6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr mit 1,24 Milliarden Euro, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.

Laut Konzernchef Olaf Koch hänge die schlechte Prognose mit den kriselnden Russlandgeschäften zusammen sowie Investitionen in die Digitalisierung. Koch will mit Hilfe der Digitalisierung Kunden wie Gastronomen oder Hoteliers enger an seinen Konzern binden. Ziel sei ein Umsatzplus von 1 bis 3 Prozent im laufenden Geschäftsjahr.

Dafür will sich Koch ganz auf den Handelsriesen konzentrieren. Die Supermarktkette Real hat der Konzern zum Verkauf gestellt. Mehrer Kunden haben bereits Interesse an einem Kauf der Real-Supermarktkette angekündigt, so heißt es im Handelsblatt unter Bezugnahme auf einen Insider des Konzerns.

Das kriselnde Russland-Geschäft belastet den Konzern weiterhin

Im vergangenen Geschäftsjahr 2017/2018 schrumpfte der operative Ertrag des Metro-Konzerns auf 1,39 Milliarden Euro. Im Jahr davor waren es noch 1,43 Milliarden Euro gewesen. Trotzdem sollen Anteilseigner eine unveränderte Dividente von 0,70 Euro pro Aktie erhalten.

Das Russland-Geschäft hatte Metro bereits im Vorjahr belastet. Der schwächelnde Rubel, die Zurückhaltung der Verbraucher sowie anfänglich viel zu teure Rabatt-Aktionen machen Metro weiterhin das Leben schwer. Der Großhandelskonzern betreibt in Russland rund 90 der mehr 760 unternehmenseigenen Cash&Carry-Märkte.

Unter Bezugnahme auf die Umsatzwarnung und den angeschlagenen Chart raten Experten im Augenblick vom Kauf der Aktie ab.

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