Unterbewerteter Übernahmekandidat? Nevada Copper will in spätestens vier Jahren produzieren

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Der Kupfer-Explorer Nevada Copper hat Anfang des Monats das lang erwartete Ressourcenupdate zu seiner Pumpkin-Hollow-Liegenschaft in Nevada veröffentlicht. Laut der nach dem kanadischen Bergbaustandard NI 43-101 verfassten Analyse, belaufen sich die Rohstoffvorkommen in allen Kategorien auf nunmehr 7,9 Milliarden Pfund Kupfer und 144 Millionen Tonnen Eisenerz. Zusätzlich kann das Unternehmen 1,3 Millionen Unzen Gold und 57 Millionen Unzen Silber ausweisen. Dementsprechend zufrieden zeigte sich Giulio Bonifacio, Präsident und CEO von Nevada Copper: “Diese Resultate demonstrieren, dass Pumpkin Hollow eines der größten unterentwickelten Kupferprojekte in Nordamerika ist, für das wir innerhalb kürzester Zeit eine bedeutende Wertsteigerung erreichen konnten.”

Werden allein die als verhältnismäßig sicher einzustufenden Rohstoffvorkommen der Kategorien „measured&indicated“ in Kupferäquivalent umgerechnet, kann das Unternehmen sechs Milliarden Pfund Kupfer mit einem gegenwärtigen Marktwert von etwa 18 Milliarden US-Dollar (USD) ausweisen. Bei einer Marktkapitalisierung von 120 Millionen USD, entspricht dies einer Bewertung von lediglich 0,02 USD pro Pfund Kupfer. In ihrer kürzlich aktualisierten Präsentation weist das Unternehmen für Nevada Copper eine Bewertung von 0,013 USD pro Pfund Kupfer aus, während die marktübliche Bewertung mit 0,041 USD pro Pfund angegeben wird. Die Analysten von Haywood und Canaccord kamen in vergleichbaren Studien sogar zu Bewertungen von 0,056 beziehungsweise 0,061 USD pro Pfund Kupfer.

Nevada Copper gilt als Übernahmekandidat

Nimmt man nun eine durchschnittliche Bewertung von 0,04 USD pro Pfund Kupfer als Maßstab, müsste Nevada Copper mit einer Marktkapitalisierung von 240 Millionen USD bewertet sein. Bei 36 Millionen ausgegebenen Aktien entspräche dies einem Aktienkurs von ungefähr 6,60 USD – dies käme zum gegenwärtigen Zeitpunkt (ca. 3,20 USD) einer Verdoppelung gleich. CEO Bonifacio selbst gab als Ziel aus, “…in den nächsten Jahren einen Aktienkurs von 8-10 USD dauerhaft zu erreichen.” Intern soll das Management sogar von noch höheren Bewertungen ausgehen.

Schon seit längerem halten sich Gerüchte am Markt, wonach Nevada Copper kurz vor einer Übernahme stehe. Angeblich sollen bereits vier potentielle Interessenten die Pumpkin Hollow Liegenschaft besichtigt haben, um die Voraussetzungen für eine Übernahme zu prüfen. CEO Bonifacio bestätigte diese Gerüchte und verwies auf weitere Unternehmen, die bereits ihr Interesse an Nevada Copper bekundet haben sollen. Angesichts der Unterbewertung im Branchenvergleich, zieht das Management zum gegenwärtigen Zeitpunkt jedoch eine Übernahme nicht ernsthaft in Erwägung. Sollte dennoch ein Übernahmeangebot erfolgen, dürfte dies angesichts der Unterbewertung des Unternehmens über der gegenwärtigen Marktkapitalisierung liegen.

Kapitalkosten sollen weitgehend durch Schuldverschreibungen finanziert werden

In Anbetracht der marktüblichen durchschnittlichen Bewertung von mindestens 0,04 USD pro Pfund Kupfer, erscheint sogar eine Kursvervielfachung durchaus realistisch. Hinzu kommt, dass es sich bei Pumpkin Hollow um eine ausbaufähige Liegenschaft handelt. Weitere Bohrungen könnten zu einer Erweiterung der bis dato nachgewiesenen Ressourcen führen. Auch vor dem Hintergrund nachhaltig steigender Rohstoffpreise kann eher von einer Wertsteigerung des bestehenden Rohstoffportfolios ausgegangen werden.

Sollte es dem Management gelingen, eine feindliche Übernahme abzuwehren, bestehen für Nevada Copper beste Aussichten, sich zu einem profitablen Kupferproduzenten zu entwickeln. CEO Bonifacio selbst gab als Ziel aus, in drei bis vier Jahren mit der Produktion beginnen zu wollen. Bis dahin rechnet das Unternehmen mit Kapitalkosten von etwa 175 – 200 Millionen USD, die investiert werden müssen, um die Pumpkin Hollow Liegenschaft zur Produktion zu führen. Dabei ist geplant, diese Summe vorwiegend über Schuldverschreibungen zu finanzieren, um den Verwässerungseffekt für die Aktionäre so gering wie möglich zu halten. Für das erste Jahr wird eine Kupferproduktion in Höhe von etwa 70 bis 80 Millionen Pfund zu durchschnittlichen Produktionskosten von 0,70 bis 0,80 USD pro Pfund Kupfer angestrebt.

Kann Nevada Copper alle Produktions-Hürden überwinden?

Mit dem hieraus resultierenden Cashflow soll die Produktion im zweiten Jahr auf 150 bis 200 Millionen Pfund Kupfer ausgeweitet werden. CEO Bonifacio gab an, dass man mit weitgehend stabilen Kupferpreisen rechne und selbst bei einem Kupferpreis von 1,50 USD noch profitabel produzieren könne. Gegenwärtig notiert das Pfund Kupfer bei etwa 3,20 USD – die jährlichen Umsätze dürften daher bei einer zu erwartenden Minenlaufzeit von über 20 Jahren langfristig deutlich im dreistelligen Millionenbereich liegen.

Aufgrund noch ausstehender behördlicher Genehmigungen sowie der noch nicht erfolgten Finanzierung des Projekts, ist die Aktie von Nevada Copper trotz positiver Aussichten ein spekulatives Investment. Außerdem liegt für Pumpkin Hollow noch keine Machbarkeitsstudie vor – jegliche Prognosen auf Basis der vorläufigen wirtschaftlichen Evaluierung können nur als vorübergehende Einschätzungen angesehen werden. Sollte Nevada Copper jedoch alle Hürden überwinden und sich zum Kupferproduzenten entwickeln, sollten deutliche Kurssteigerungen möglich sein. Gegenwärtig arbeitet das Unternehmen an einer Aktualisierung der Kapital- und Operationskosten, die voraussichtlich Anfang 2008 veröffentlicht werden und die Anlegern weitere wichtige Erkenntnisse über die Aussichten für Pumpkin Hollow liefern sollten. Angesichts des Potentials dieser Liegenschaft, könnte sich ein Einstieg bei Nevada Copper lohnen.


2 Gedanken zu „Unterbewerteter Übernahmekandidat? Nevada Copper will in spätestens vier Jahren produzieren

  1. Hubert Klein

    Es ist sehr schwer zu beurteilen, welche Faktoren letztendlich für den massiven Kursverlust ausschlaggebend sind. Fundamental hat sich für Nevada Copper nichts zum Schlechten verändert. Ich habe heute noch mal den Marktwert der Rohstoffvorkommen berechnet und komme trotz des leichten Preisverfalls bei Kupfer (aktuell knapp 3 USD) immer noch auf einen gegenwärtigen Marktwert von 18 Mrd. USD. Ich kann nur folgendes vermuten:

    1. Da Nevada Copper lange vor dem Ressourcenupdate von mehreren Börsenbriefen empfoheln worden ist, kann ich mir gut vorstellen, dass viele Käufer nach und nach Aktien gekauft haben und dann mit Veröffentlichung des Ressourcenupdates ihre Positionen wieder abgestoßen haben. Ausgehend von der Notierung im August bis September (Bereich um die 1,20 EUR)ergibt sich bei einem Verkauf im November (höchste Notierung 2,80 EUR) die Möglichkeit, schnell 100% Gewinn zu realisieren. Erfahrungsgemäß weiss ich, dass gerade in dem volativen Rohstoffbereich sehr viele Privatanleger kurzfristig engagiert sind.

    2. Ein möglicher Erklärungsansatz wäre auch, dass institutionelle Investoren bewusst versuchen, durch Leerverkäufe den Kurs so niedrig wie möglich zu halten, damit sie sich im großen Stil billig einkaufen können. Wenn dann noch private Investoren ihre Positionen durch Stop-Loss-Marken im System abgesichert haben, kann es sehr schnell zu einem Dominoeffekt kommen, der den Kurs kräftig absacken lässt. Allerdings habe ich diesbezüglich keine Nachforschungen angestellt, da mich die langfristige Perspektive dieses Unternehmens interessiert. Von daher schenke ich etwaigen kurzfristigen “Zockereien” keine große Beachtung.

    MfG
    Hubert Klein

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