ProSiebenSat1: Neues zum deutschen Netflix-Konkurrenten


Es ist eines der ganz großen Projekte des ProSiebenSat.1-Chefs Max Conze: Gemeinsam mit dem US-Medienkonzern Discovery, dem Hauptkonkurrenten RTL sowie den öffentlich-rechtlichen Sendern will Conze “einen deutschen Champion” schaffen, einen Streaming-Dienst, der Marktführer Netflix in Deutschland die Stirn bieten kann. Wenn es nach Conze geht, könne der Dienst schon Mitte 2019 an den Start gehen.

Partnerschaft mit Discovery und ZDF

„Wir sind auf einem ganz guten Weg mit den Öffentlich-Rechtlichen, wie wir deren Inhalte darstellen können“, so Conze. Bereits beim Kapitalmarkttag am 14. November hatte ProSiebenSat.1 verraten, dass auch Sendungen des ZDF über das Portal abrufbar seien sollen.

In den neuen Streaming-Dienst will der Konzern 120 Millionen Euro investieren. Ein Großteil davon soll in lokale Inhalte fließen, an denen ProSiebenSat.1 die Rechte hält. Etwa 40 Millionen sollen zu gleichen Teilen in den Digitalbereich und die Werbetechnologie fließen.

Der US-Konzern Discovery ist bereits mit an Bord. Vor zwei Wochen konnte Conze mit dem ZDF einen weiteren wichtigen Partner verkünden. Mitte kommenden Jahres, wenn der Dienst an den Start geht, sollen für Kunden Inhalte des ZDF bereits abrufbar sein.

RTL äußert Zweifel an Kooperation

Mit RTL-Deutschland-Chef Bernd Reichart habe Conze noch nicht sprechen können. Er wünsche sich eine Zusammenarbeit mit RTL, “aber das passiert nicht morgen früh”. RTL-II-Geschäftsführer Andreas Bartl äußerte allerdings Zweifel an einer Kooperation. Gegenüber der Nachrichtenagentur dpa erinnerte er an Bedenken des Bundeskartellamts, die Kooperationen in der Vergangenheit verhindert hatten.

Ziel sei es, deutschen Zuschauern eine Alternative zu Netflix zu schaffen, so Conze. Netflix und andere internationale Anbieter seien starke Konkurrenten. ProSiebenSat.1 aber verstehe “Deutschland und die Menschen in Deutschland besser”. Conze wolle die 25 Jahre Erfahrung des Konzerns dafür nutzen verstärkt auf eigene Magazinformate, Comedy, Livesendungen und Infotainment zu setzen.

Aktie weiterhin meiden

Sinkende Werbeerlöse im klassischen TV-Geschäft setzen ProSiebenSat.1 unter Druck, die Aktie hatte zuletzt eine Talfahrt erlebt. Ob die Streaming-Plattform eine Antwort auf diese Probleme geben kann, wird sich zeigen müssen. Das Vertrauen der Investoren hat Conze bislang offenbar nicht auf seiner Seite: Die Erholung der Aktie kommt nur langsam voran.

Auch Nikolas Kessler, Redakteur des Anlegermagazins “Der Aktionär”, riet in seiner aktuellen Aktienanalyse dazu, die ProSiebenSat.1-Aktie  zu meiden. In Anbetracht des trüben Chartbilds und der operativen Herausforderungen sollten Anleger die Aktie meiden, so Kessler.

 


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