Ende der Rohstoff-Hausse? Öl und Industriemetalle korrigieren

Seit einigen Handelstagen geht unter Anlegern im Rohstoff-Sektor die Angst um: Neben Rohöl sank auch der Weltmarktpreis für Nickel, Kupfer, Zink und Aluminium drastisch ab. Anleger fürchten sich nun vor einer weitergehenden Korrektur, vereinzelt ist sogar vom Ende der Rohstoff-Hausse die Rede. Die Gründe hierfür liegen in den teilweise sehr hohen Lagerbeständen, der geringeren Nachfrage von Schwellenländern und der Unklarheit bezüglich der weiteren Entwicklung der Weltwirtschaft. Machte es gestern noch den Anschein als könnten sich die Preise für Öl und Industriemetalle wieder erholen, ist das Bild heute wieder deutlich eingetrübt: Einzelne Experten erwarten für Rohöl einen Preisrückgang bis zur Marke von fünfzig Dollar pro Barrel. Beim Öl sorgt auch der warme Winter auf der nördlichen Erdhalbkugel für eine deutlich geringere Nachfrage. Selbst die gestoppten russischen Öllieferungen nach Deutschland konnten den Verfall des Ölpreises nicht aufhalten. Rohstoff-Aktien haben sich trotz des Preisverfalls bisher nicht sonderlich negativ entwickelt und tendieren zumeist seitwärts. Sollte sich die Korrektur an den internationalen Rohstoffmärkten jedoch fortsetzen, könnten auch die heute noch gelassenen Aktionäre nervös werden.

Trotz der Kursrückschläge bei Rohstoffen muss klar sein: Eine Korrektur macht noch keine Baisse. Zwar haben sowohl Öl als auch Industriemetalle noch negatives Potential, doch ist ein Teil der Probleme saisonal bedingt: Der milde Winter und die erste Panik geht vorüber – das Angebotsdefizit bleibt. Der Ölkonzern British Petroleum (BP) konnte beispielsweise im vergangenen Quartal deutlich weniger Öl fördern. Einerseits liegt der Grund hierfür im Defekt der Prudhoe-Bay-Pipeline, andererseits allerdings auch in langsam zur Neige gehenden Reserven der Förderstätten. Das knappe Angebot bei Rohstoffen ist noch immer das Hauptargument für eine Fortsetzung der Rohstoff-Hausse – schließlich begann diese ebenfalls in einem schwächeren wirtschaftlichen Umfeld. Unter den jetzigen Gesichtspunkten liegt es daher nahe, dass der Kursrutsch bei Rohstoffen auf immer noch hohem Niveau ein Ende findet und der Rohstoff-Boom langfristig fortgesetzt wird. Ein Ende der Hausse ist somit noch nicht in Sicht.

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