“S-Kurven”: Warum die Zeit der Rohstoffe nicht vorbei ist!

Die Börse bewegt sich immer in S-Kurven unterschiedlicher Ausprägung. Nach den ersten paar hundert Prozent kommen auch wieder minus dreißig oder minus fünfzig Prozent, wie vorletzte Woche im Rohstoffsektor erlebt. Aber sind die Buffetts, Gates und Murdochs dieser Welt schon aus den Rohstoffwerten draußen? Nein. Wir befinden uns noch lange nicht im fallenden Bereich der S-Kurve, zum einen nicht aus logischen Gesichtspunkten und zum anderen widerspräche dies der durchschnittlichen Dauer einer Hausse. Den Hinweis auf Silber haben Sie in meinem vorletzten Beitrag gelesen – Silber liegt in der Natur zwischen Kupfer-, Blei- und Zinkvorkommen und ist allein daher schon nur unter hohen Kosten zu erschließen. Diese weiter steigenden Förderkosten stabilisieren auch den Silberpreis – schließlich ist die weltweite Nachfrage nach Silber konstant.

Ich sehe den Immobiliensektor und auch den Anleihenmarkt am Ende einer S-Kurve, billige Kredite der Banken haben eine künstliche Konjunktur geschaffen, die schlichtweg nicht dauerhaft halten kann und darf. Dagegen liefen beispielsweise die Sektoren Maschinenbau und Pharma während des Internetbooms nicht gut, hierauf kann man ein Auge behalten. Und denken wir an die zunehmend krankmachende Umwelt: Der Pharma-, als auch der Biotech-Industrie stehen gute Zeiten bevor.

Langfristig darf man an keinem Trend zu lange festhalten, denn wer beispielsweise 1979 auf Rohstoffe setzte, verpasste den Japan-Boom. Man kann es nicht oft genug sagen: Niemals gegen den Strom schwimmen, sondern immer den Weg des geringsten Widerstandes gehen! Ein Schlusswort zu S-Kurven: Jeder Boomsektor hat mindestens zehn Jahre gebraucht, um nach der anschließenden Baisse erneut zu haussieren. Vor dem Jahre 2010 auf HighTech-Titel zu setzen scheint also, aus geschichtlicher Sicht, keine gute Idee zu sein.

Matthias K. Bittrich ist Daytrader, unabhängiger Finanzmakler und Seminarleiter.

2 thoughts on ““S-Kurven”: Warum die Zeit der Rohstoffe nicht vorbei ist!

  1. Juergen

    Hi Matthias, “die Rohstoffe” müsste man bezüglich der “S-Kurven” bestimmt getrennt betrachten. So glaube ich z.B. beim Rohöl durchaus, dass wir uns am Top der “S-Kurven”-Bewegung befinden. Ein Indiz ist, dass der Rohölpreis fällt, obwohl mit dem Iran immer noch keine Einigung gefunden wurde. Also vielleicht doch lieber (wie Du selbst schreibst) an dem Trend nicht mehr festhalten und lieber was Neues suchen? Pharma finde ich gut…und was den Anleihemarkt anbelangt, stimme ich Dir ebenfalls zu…auch ich denke, dass die Zinsen (von Ihrem immer noch sehr niedrigen Niveau) weiter steigen werden.

    Gutes Gelingen,
    Juergen

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  2. Nico Popp

    Beim Rohöl rechne ich auch bald mit einem dramatischen Einbruch. Ob ich jedoch den Mut habe, mit entsprechendem Hebel langfristig auf einen fallenden Ölpreis zu “wetten” weiß ich nicht. Ich denke aber, dass es gut sein kann dass Öl fällt. Sei es mit Iran-Krieg oder mit einer diplomatischen Lösung. Im ersten Fall ist das Ereignis auf das alle spekulierten eingetreten, Geld wird abgezogen. Im zweiten Fall kommt der Konflikt den USA billiger und schafft Sicherheit an den Märkten.

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