Miesmacher Leerverkäufer? Swiss Fe Steel lässt Promoter jammern

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Sobald in kostenlosen Newslettern von einem “Vernichtungsfeldzug der Short-Seller” die Rede ist, hat sich meist Spektakuläres ereignet. So geschehen mit der Aktie von Swiss Fe Steel Group: Das Unternehmen, das bereits in der Vergangenheit durch einen intransparenten Webauftritt und gebetsmühlenartige Empfehlungen in kostenlosen “Börsenbriefen” aufgefallen war, verlor im gestrigen Handel fast die Hälfte seines Wertes. Leerverkäufe haben den Aktienkurs wohl so weit gedrückt, dass auch gutgläubige Leser dieser Newsletter die Reißleine gezogen haben. Prompt wiederholt das Lager der Aktien-Promoter die alte Mär vom wenig regulierten Freiverkehr und fordert das Verbot des Leerverkaufs marktenger Werte.

Ähnliche Auswüchse trieben vor einem Jahr auch die “Anhänger” von De Beira Goldfields, die zeitweise sogar mit einem offenen Brief an die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) Aufmerksamkeit erregten. Diese Forderungen sind utopisch. An der Börse kann seit jeher auf steigende oder auf fallende Kurse spekuliert werden. Wäre die Aktie von Swiss Fe Steel wirklich so aussichtsreich wie in kostenlosen Newslettern reißerisch verkündet, hätte sich der Aktienkurs innerhalb eines Tages wohl kaum ohne eine Unternehmensmeldung annähernd halbiert. Selbstverständlich kommt es an der Börse zu Übertreibungen – nach oben wie auch nach unten. Ein dermaßen herber Kursrutsch spricht allerdings nicht gerade dafür, dass von Fundamentaldaten überzeugte potentielle Käufer nur auf einen kleinen Rücksetzer bei Swiss Fe Steel gewartet haben.

Zwar legt die Aktie heute wieder annähernd 25 Prozent zu, doch ist dieser von Aktien-Promotern angekündigte “Rebound” wohl eher dem kurzfristigen Engagement einiger Zocker geschuldet. Ebenso wie auch die Aktie von Thunder Sword Resources ist Swiss Fe Steel angeschlagen: Die Aktie notiert auch nach der heutigen Erholung unter dem ersten Kurs am Tag des Börsengangs im November letzten Jahres. Es scheint, als hätte der gestrige Kursrutsch eine neue Ära für Swiss Fe Steel eingeläutet: Eine Phase, in der sich der von Empfehlungen getriebene Aktienkurs den spärlich vorhandenen Fundamentaldaten angleicht.


8 Gedanken zu „Miesmacher Leerverkäufer? Swiss Fe Steel lässt Promoter jammern

  1. M.Bittrich

    Ich hatte spaßeshalber beim de Beira-Absturz probeweise KAUFordern zu 10 drin, die aber NICHT erfüllt wurden, der Makler ließ ILLEGAL den Kurs weiter abstürzen anstatt meine Order zu erfüllen. Aber keiner kümmert sich um so was. Hier ist sich jeder selbst der Nächste, keiner hat was zu verschenken. =o)

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  2. Nico Popp Beitragsautor

    Das wäre natürlich ein starkes Stück. Allerdings ist beim De-Beira-Crash so viel Panik entstanden, dass die Ursache für Ihre nicht erfolgte Orderausführung nicht unbedingt Manipulation sein muss. Seien Sie froh: Heute notiert die Aktie unter einem Euro.

    Viel schlimmer ist doch, dass diese Papiere überhaupt so deutlich fallen können. Bei Werten ohne Fundament fehlen in “Krisenzeiten” einfach die Käufer, deswegen geht es meist so deutlich runter.

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  3. Juergen

    Ich glaube, dass die Beschwerde der “Promoter” über Leerverkäufe Quatsch ist. Denn diese ganzen penny stocks kann man in der Regel garnicht leihen, weil sich der Aufwand für diese kleinen Volumen garnicht lohnt. Das security lending wird von den Banken für solche Werte also garnicht erst angeboten. Und wenn man die Stücke nicht leihen kann…dann kann man sie auch nicht leerverkaufen. Wenn mal ein Handelsteilnehmer doch mal Kleinigkeiten verkauft und das Risiko eingeht, dass er die nach spätestens 2 Tagen wieder einzudecken, um sein offenes Geschäft zu beliefern…dann lösen diese Kleinigkeiten bestimmt keinen “crash” aus. Ich würde einfach nur sagen – so wie Nico -, dass die Kurse fallen, weil “Werten ohne Fundament fehlen die Käufer”!

    Gutes Gelingen,
    Juergen

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  4. Olaf

    “Spaßeshalber probeweise Kauforder”. So, so… Vielleicht hilft ein kleiner Blick in die Börsenordnung für die FWB, um die Aufgaben des Skontroführer deutlich zu machen, bevor hier illegale, sprich kriminelle Handlungen unterstellt werden.

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  5. M.Bittrich

    Wenn meine Kaufordern nicht bedient werden, damit ein Kurs in diesem Szenario zustande kommt, handelt der Verantwortliche regelwidrig. Bestätigung der BaFin habe ich, reicht mir auch, mir ist ja kein Schaden entstanden. ;P

    Der Autor des FAZ-Artikels hat wenig Ahnung von Short-Bewegungen innerhalb und zwischen Banken o.ä. Seine Beispiele sind entweder Microsoft, die eh niemand shorten will, oder langsam abstürzende Aktien, er erklärt aber nirgends Senkrechtabstürze der vielen Aktien weltweit, deren schlechtes Management oder Substanzlosigkeit man schon lange kannte und um genau die geht es aber.

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  6. Nico Popp

    Hallo,

    Mich würde interessieren, was die BaFin bestätigt hat.

    Geschichten von Verschwörung und Intrigen reichen mir einfach nicht. Selbst mit dem schlechtesten Menschenbild möchte ich nicht so weit gehen, dass hinter jedem Absturz gleich eine Absprache zwischen Makler und Leerverkäufern stehen muss.

    Ich denke die Sache ist eher so: Alpha-Trader in gewissen Foren empfehlen eine Aktie, die charttechnisch angeschlagen und zudem fundamental fast wertlos ist, zum Leerverkauf. Lemming-Zocker bekommen nach den ersten fünf Kursen Panik und ziehen die Reißleine. Da alle Lemminge unterschiedlich auf Kursverluste reagieren und zu unterschiedlichen Preisen eingestiegen sind, kommt auf Tagesssicht so ein Kursrutsch zustande.

    Ist der Ausverkauf vollzogen, schreit einer Rebound, die Schnellen steigen mit einem sehr kurzem Anlagehorizont wieder ein und verkaufen die Papiere nach einigen Handelsstunden wieder an die gutgläubigen Lemminge, welche die Story vom “fundamental begründeten Rebound” in einer Mail gelesen haben.

    Die menschliche Psyche macht solche Kursverläufe, nicht der von langer Hand geplante Komplott!

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  7. Martin Leitner

    Ich war im Jänner in Swiss Fe Steel investiert, aber nur einen Tag lang, denn kurz nach dem Kauf wurde ich Gott sei Dank
    im Forum von wallstreet:online davor gewarnt, dass der “Deutsche Investment Report” nur ein PUSHER-Brief ist, der von der schweizerischen EQUITY RESEARCH AG ununterbrochen versendet wird. Die hat ihre Adresse wohl nicht umsonst in der SUMPFstr. 32 in 6300 Zug. Denn deren Unternehmenszweck ist es offensichtlich, das Geld der gutgläubigen Anleger
    versumpfen zu lassen.
    Liebe schweizerische EQUITY RESEARCH AG! Kauft die von euch empfohlenen SCHROTTAKTIEN doch selbst!

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