Folgenreicher Tippfehler einer Großbank: Wie ein Mistrade Kleinaktionären günstige Einstiegskurse bescherte

Firmensitz der Royal Bank of Canada in TorontoZahlreichen Aktionären des Uran-Explorers Forsys Metals dürfte gestern vermutlich kurzzeitig das Herz stehen geblieben sein: Die Aktien der Gesellschaft, die bis Mitte März gegen ein Barangebot von sieben kanadischen Dollar (CAD) je Anteilsschein übernommen werden sollen, stürzten im kanadischen Handel zeitweise um dreißig Prozent und wurden anschließend vom Handel ausgesetzt. Zunächst dachten alle Beobachter an ein spätes Scheitern der Übernahme durch George Forrest International. Dann folgte jedoch die Entwarnung. Der Grund für den Kursrutsch war nach Angaben der Börse in Toronto ein so genannter Mistrade: Ein Händler der Royal Bank of Canada soll sich beim Verkauf von Forsys-Aktien vertippt und so statt 3200 Anteilen die hundertfache Anzahl unlimitiert auf den Markt geworfen haben.

Die Aktie stürzte in Folge des Überangebots von 6,40 CAD auf 4,50 CAD. Da in den meisten Regelwerken der Börsen neben einem technischen Fehler oder einem Versehen bei der Ordereingabe auch ein nicht marktgerechter Preis als Bedingung für die Rückabwicklung von Mistrades vorgesehen ist, dürfen sich einige neue Forsys-Aktionäre freuen: Die Börse in Toronto hat lediglich die Transaktionen unter 5,50 CAD rückgängig gemacht – alle anderen Käufer dürfen sich angesichts des günstigen Einstiegspreises auf Kosten der Royal Bank of Canada glücklich schätzen. Die Aktie von Forsys Metals beendete den Handel in Toronto bei 6,29 CAD.

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