“Eine Rezession ist nicht zu fürchten”: Unterstützung für Versicherungen bringt die Rettung der Märkte

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Endlich hat man in den USA verstanden, woran das Finanzsystem krankt: Die Versicherungen, mit denen Hypothekenderivate abgesichert wurden, sind nichts wert, wenn die Versicherungen zahlungsunfähig werden. Und das drohte, Sie brauchen sich nur die Kurse von Ambac (ABK) und MBIA (MBI) anschauen: Ambac ist seit letztem Herbst von 90 US-Dollar (USD) auf 4,50 USD gefallen, MBIA von 70 USD auf 6,75 USD.

Das Regierungsprogramm über 150 Milliarden USD, das Präsident Bush am vergangenen Freitag noch feierlich ankündigte, braucht zu lange und ist zu wenig, um die 1,6 Billionen USD versicherten Derivate zu retten. Die Börse hatte nur ein mildes Lächeln für diesen Versuch übrig.

Meinen Schätzungen zufolge wurden in den Jahren 2004 bis 2006 Hypothekenkredite in Höhe von 500 Milliarden USD aufgenommen, dieser Betrag ist in Gefahr. Bislang haben alle Banken zusammen rund 100 Milliarden USD abgeschrieben, also gerade einmal 20 Prozent. Bis Ende vergangener Woche bin ich von einem Abschreibungsbedarf von 70 Prozent ausgegangen, durch die Zinssenkung (und unter der Voraussetzung, das kommenden Dienstag eine weitere folgen wird) vermindert sich dies auf 40 Prozent, also 200 Milliarden USD.

100 Milliarden USD davon sind bereits abgeschrieben und refinanziert, die verbleibenden 100 Milliarden USD müssen von den Versicherungen getragen werden. Und am gestrigen Abend ist in New York eine Allianz zwischen den Versicherern und der Regierung geschlossen worden, der ich zutraue, Insolvenzen weitgehend zu vermeiden. Die verbleibenden 100 Milliarden USD sind also kein Problem mehr! Gefahr erkannt – Gefahr gebannt!

Es besteht nun keine Gefahr mehr einer Weltwirtschaftskrise, wie dies noch bis vor kurzem von vielen Marktschreiern theatralisch in Aussicht gestellt wurde. Es handelte sich um ein Kapitalmarktproblem und nicht um ein Konjunkturproblem. Und Kapitalmarktprobleme kann man einfach mit Kapitalmarktmaßnahmen in den Griff bekommen.

Das heißt jedoch nicht, dass wir in den nächsten Wochen nicht noch aufgrund immer neuer Hiobsbotschaften und weiteren Abschreibungen nochmals ins Minus rutschen. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob wir nicht in ein paar Wochen noch einmal in Richtung 6.500 Punkte abrutschen. Aber das wird erneut lediglich Panikmache sein, denn die Konjunktur ist gesund, eine Rezession ist nicht zu fürchten.

Das KGV des DAX steht bei nur noch 10! So günstig war es schon lange nicht mehr – ehrlich gesagt, nicht mehr, seit ich denken kann. In einem Jahr wird der DAX wieder bei einem KGV von 13 stehen, also bei mindestens 8.450 Punkten. Egal, wie die nächsten Wochen verlaufen: Korrekturen und Paniktage sollten Sie zum Kaufen von Langfristpositionen nutzen! Es gibt solch günstige Einkaufsgelegenheiten nur sehr selten.

Nun, ich habe hier versucht, in aller Kürze ein paar Dinge aufzuzeigen, doch in dieser Kürze ist es kaum möglich, das komplexe Thema des Immobiliencrashs mit einfachen Worten zu erklären. Mein Börsenbrief ist nicht viel länger, dort bemühe ich mich auch um eine knappe Darstellung. Denn, wie Schiller einmal schrieb: “Liebe Mutter, ich hatte keine Zeit, einen kurzen Brief zu schreiben. Drum schrieb ich einen langen.”

Es würde mich freuen, wenn Sie in meinen kostenfreien Börsenbrief hinein schauen. Sie können ihn hier bestellen: http://heibel-ticker.de

Take share, and I mean it!

Ihr Börsenschreibel
Stephan Heibel


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