Ist der Yen an allem Schuld? Börsen starten erneut schwach in die Woche

Der drastische Kursrutsch an den Börsen setzt sich fort: Aktuell notiert der deutsche Aktienindex mit einem Minus von mehr als zwei Prozent bei 6460 Punkten. Noch schlimmer hat es die Nebenwerte erwischt. MDax und SDax verlieren aktuell 3,2 beziehungsweise 3,7 Prozent. Negative Vorgaben aus Asien hatten bereits vor Eröffnung der Börsen zahlreiche Verkaufsorders “provoziert” – die Indizes starteten deutlich unter den Schlusskursen vom vergangenen Freitag in die neue Börsenwoche. Der Negativtrend scheint sich also auch in dieser Woche fortzusetzen. Skeptische Marktteilnehmer rechnen im Dax in den nächsten Tagen sogar mit Notierungen um 6200 Punkte. Unter dieser Marke wäre sogar der langfristige Aufwärtstrend in Gefahr, so einige Kommentatoren. Der weltweite Abverkauf wird immer mehr den Währungsspekulanten und Hedge-Fonds zugeschrieben: So sollen Mittel aus preiswerten Krediten aus Japan auf breiter Basis investiert worden sein.

Mit steigenden Yen-Notierungen nimmt das Risiko für diese Spekulanten zu und diese ziehen ihre Mittel auf breiter Front ab, um ihre kurzfristigen Kredite zu tilgen. Anleger müssen sich nun fragen, wie lange dieses Spiel noch andauern soll, beziehungsweise, wann kein Geld mehr zur Tilgung von japanischen Krediten aus Aktien und Rohstoffen abgezogen wird. Wer dieser Theorie Glauben schenkt, sollte das Verhältnis zwischen Dollar und Yen genau beobachten. Selbstverständlich verstärkt sich der momentane Abwärtstrend wohl auch durch andere Faktoren, doch sind die Zusammenhänge zwischen dem steigenden Yen und den fallenden Börsen doch offensichtlich.

7 Gedanken zu „Ist der Yen an allem Schuld? Börsen starten erneut schwach in die Woche

  1. kapitalmarktexperten.com

    Hallo,
    ich vertrete die gleiche Meinung, die Märkte werden auch die nächsten Wochen schwach bleiben und beim Zusammentreffen mehrerer negativer Faktoren, wie weiter steigenden Ölnotierungen, einem nachhaltig steigenden YEN sowie evtl. schlechten Wirtschaftsdaten diese Woche aus Amerika evtl. auch die 6.000 nach unten durchbrechen. Insbesondere die Carry-Trades machen mir hier sehr große Sorgen, siehe dazu auch meinen heutigen Beitrag unter:

    http://www.kapitalmarktexperten.com/index.php/wochenausblick-borsenwoche-kw-10/

    Trotzdem allen eine erfolgreiche Börsenwoche, schließlich kann man ja auch in fallenden Märkten ordentlich verdienen.

  2. Nico Popp Beitragsautor

    Dax aktuell auf Tageshoch: Das Trügerische ist doch das ständige Hin und Her. Mit jeder kleinen Erholung mit anschließendem Zusammenbruch wird mehr Porzellan zerschlagen. Ich rechne nicht mit Kursen unter 6000 Punkten. Irgendwann wird die Vernunft siegen, 6200 sind auch schon günstig genug! 🙂

  3. Klaus

    der carry trade wird teilweise schon bei wallstreet online diskutiert, sollte daher in den kursen enthalten sein, die
    zinsdifferenz zwischen dollar yen ist ja noch groß genug.

  4. Nico Popp

    Kommt eben darauf an, welche Summen preiswert in Yen aufgenommen wurden. Nachdem es letzte Woche (Dienstag?) einmal so aussah als wollten zeitgleich alle raus aus dem Dow, wird jetzt mehr oder minder kontrolliert alles Mögliche liquidiert. Da Hedge-Fonds ja auf den Leverage-Effekt setzen und Fremdkapital lieben, kann das meiner Meinung schon eine Menge sein. Mal sehen was die Asiaten heute Nacht machen.

  5. Olaf

    Die Schätzungen variieren zwischen $200 Mrd. und einer Billion USD. Wir befinden uns ganz am Anfang der Liquidationen. Im Gegensatz zu so manchen “Kursraketen” ist es für USD/JPY völlig egal, was auf WO diskutiert wird. Der Markt befindet sich in einer Übergangsphase. Bisher hieß es “buy the dip”, aber ab jetzt werde ich jede Erholung verkaufen.

  6. Klaus

    Der Hebel bei den hedgies ist nicht mehr so hoch, wie bei LTCM, die einen 28 fachen Hebel benutzt haben, von dem was ich gelesen habe, eher 8 bis 10 fach.
    Das postings von welchem messageboard auch immer den usd/yen nicht beinflussen ist relativ einleuchtend, nur kann man sich den yen immer noch sehr billig leihen, die zinsdifferenz zum usd dürfte noch ausreichend sein.

  7. Pingback: Wars das jetzt? Dax erholt sich deutlich » Aktien-Blog

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